Die Mensa-Diskussion auf der COG-Show

Wir präsentieren: Die Zynikerin aka Frau Bauer-Richter!

Neben Herrn Hautmann, Herrn Röttgerkamp, Herrn Wutte (Koch in der Mensa) und Vincent op’t Roodt war auch Frau Bauer-Richter Teil der für die COG Show organisierten Diskussion zum Thema Mensa. – Zu Beginn wurde ein satirischer, ironischer und kritischer Film gezeigt, um Pep in die Diskussion zu bringen (wie Sie vielleicht merken, überwiegen die Mensa-Befürworter leicht).

Es lief auch alles ganz gut, Frau Bauer-Richter kam immer wieder in Fahrt und schien doch leider nicht mit mir (Moderator) oder den Diskussionspartnern sprechen zu wollen. Sie wandte sich lieber ans Publikum und hat – das muss man so sagen – diese Diskussion krass als Vortrag für die versammelten Eltern und Schüler benutzt.

Aber gut: Nichts neues soweit. Dass das passieren würde, hätte man ja noch ahnen können. Ihr Mitarbeiter, Herr Wutte, sagte auch ein paar Worte, die man ihm oder er sich auf einem Zettel notiert hatte. Die Mensa-Vertreter hatten sich – das muss man einfach so zugeben – sehr gut vorbereitet. Man kann darüber streiten, ob es so klug von Frau Bauer-Richter war, zu der Anstellsituation (sie kritisierte, dass die Schüler sich vordrängeln würden etc.), sagte: „Da muss man sich auch überlegen, ob die Behinderten nicht hinter, sondern vor dem Tresen stehen.“

Letztlich hat sie den Vogel dann total abgeschossen: Sie sprach mehrmals vorher (auch, obwohl ich sie gebremst habe, war sie nicht zu stoppen in Sachen Redeanteil) an, dass sie heute und unmittelbar eine perfekte Lösung dabei habe, die alle zufrieden stellen würde, und die sie noch präsentieren werde.
Endlich kam sie zu jener erwähnten Präsentation:

Sie holte aus ihrer Handtasche – und dieses Accessoire, das sie uns dankenswerterweise mitgebracht hatte, hatte sie vorher mit ihrem Mitarbeiter besorgt – einen Big Mac hervor, den sie bei McDonalds gekauft hatte. Für diese Diskussion. Für 3,69€ (der Preis war auch Thema) könne man hier die perfekte Lösung haben. Stets mit ironischem Unterton und sich ihrer Show bewusst, sprach sie.

Doch damit nicht genug. Sie hatte auch noch die fremdländische Währung dabei, die den 2€ Stücken so ähnlich aussieht und warf den Schüler damit vor, die Behinderten zu bewusst und absichtlich zu betrügen. – Also ich bekomme diese Währung ja manches mal an der Edeka-Kasse, aber nicht, weil der Edeka mich absichtlich bescheißt, sondern weil das einfach Wechselgeld ist, das man in der Tasche hat und nicht bemerkt. (Vielleicht betrügt ein mancher ja tatsächlich – aber wer will das ohne Beweis (!) ja schon wissen?)

Letztlich wollte sie noch Zeugnisse des „Varietés“ zeigen, das sie täglich geboten bekommen würde. (Warum sie? Ich habe sie in den letzten Wochen und Monaten kein einziges mal gesehen in der Mensa.) Dafür hatte sie verbogene Gabeln und Messer dabei, die sie wie eine Trophäe herzeigte, um auf die Zerstörungswut der COG Schüler zu deuten.

Für mich hat sie sich damit unheimlich geschadet. Mit dieser bitterbösen, sarkastischen und absolut nicht der Situation angemessenen Art, einen moralischen Vortrag zu halten.

Anmerkung: Man muss dazu sagen, dass der saloppe Film allein nicht Anlass gewesen sein kann für diese Eruption. Frau Bauer-Richter kannte diesen Film noch nicht. Sie hat ihn am Abend unmittelbar zum ersten mal gesehen. Ihre Aktion wäre also auch ansonsten vorbereitet gewesen.

Veröffentlicht von

Alexander Kammerer

Student, Blogger, Leser. Bloc Party und Bob Dylan Enthusiast. Motto/Ästhetik: "Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung" - Friedrich Schiller