„Du schaffst das!“

Am 21.03.2012 beehrte Dr. Erich Lejeune das Carl-Orff-Gymnasium mit einem Besuch der Extraklasse: Er nahm für münchen.tv in der Mensa zusammen mit den Schülern und Schülerinnen der Q11 und Q12 eine Fernsehsendung zum Thema „Motivation“ auf. (Ausstrahlung am 28.04.2012 um 20:15 auf münchen.tv)

Als er mit den Worten „Liebe Zukunft“ schon bedeutungsvoll in die Stunde voller anregender Motivationsrhetorik startete, war wohl sogar dem letzten Oberstufenschüler klar, an wen sich dieser Vortrag und vor allem mit welcher Intention er sich richtete. Er möchte uns „zielgeil machen“ und vom Problem- zum Lösungsdenken führen.

Den ersten Rat, den er uns gab, war es die Kommunikation nie zu unterschätzen. Man komme vielmehr gerade durch Kommunikation zu seinem Ziel. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch, dass er selbst gerne mit Leuten rede, vor allem im Flugzeug: „Im Flugzeug kommt dir keiner aus!“ So sammeln sich in seinem Blackberry über das Jahr knapp 700 Kontakte – alle von interessanten und intelligenten Leuten.

Erich Lejeune hat Lebenserfahrung. Das wird vor allem an den Anekdoten klar, die er geschickt in seinen Vortrag einfließen ließ. Die Geschichte des hoch motivierten Kellners im „Vier Jahreszeiten“ war ebenso anregend, wie auch die Erzählung von seinem Freund Jeff, der Anteilseigner bei Boeing ist und ihm von seiner Erfolgsgeschichte berichtete. Sie beruht wiederum tief auf dem Grundsatz der Kommunikation und Verständigung. Es komme auf das Auftreten an, richtete er sich exemplarisch an drei Schülerinnen: „Und ihr könnt euch super verkaufen!“ – Abgesehen von der Anspielung, die aber für eine heitere Atmosphäre sorgte, kommt es Herrn Dr. Lejeune aber vor allem darauf an, die Leute direkt anzusprechen und zum Mitmachen zu bewegen. Dies gelang ihm auch hervorragend: Auf seine Aufforderung hin, rieb sich der komplette Saal von Schülern (!) die Hände. Ein Beispiel für den Erfolg, den ein Meister der Motivation auch schon nach 10 Minuten Vortrag erzielen kann.

Ein weiterer Rat war es, sich selbst ein einziges Ziel zu setzen. Hierbei müsse man die „Energievampire“ ignorieren, welche die stetige „Mach das nicht.“-Moral repräsentieren.

Im Vortrag wechseln sich direkte Ansprachen mit einem von Motivation sprühenden Dr. Lejeune und Passagen, in denen er uns klare Ratschläge gibt ab. Dies führt zu einem mitreißenden und spannenden Vortrag, der nie in die Lächerlichkeit abdriftet, wie es bei vielen Veranstaltungen zum Thema „Motivation“ geschieht.

Es zeigt sich, dass er uns nicht die Welt neu erklären will. Er will uns lediglich einen Weg zum Erfolg zeigen, den er gegangen ist. Für ihn besteht hierbei ein gelungenes Leben aus Liebe, Freundschaft und Harmonie. Im Kontrast zum Schulsystem, das Stress und Druck bietet. Dies sagt er aber immer mit einem großen aber: „Ihr seid in einer riesigen Chance!“

Herr Lejeune ist der festen Überzeugung, dass Motivation den Denkprozess leitet. Dies und die Form des „American Dream“, die er uns vermittelte, macht ihn zu einem modernen Optimisten. Optimistisch im Sinne des Positivismus, den er in sich trägt. Modern wird er, indem er keinesfalls den harten Charakter des Lebens leugnet: „Das Leben ist ernst.“ Auch mit kleinen Erfolgen könne man sich etablieren. Allein mal selbst trägt hierbei die Verantwortung in einer Welt, die sich mehr und mehr in die Vollzeitverfügbarkeit entwickelt (24 Stunden, 7 Tage und 365 Tage das Jahr): „Ihr müsst die Besten sein!“.
Hierbei nimmt er seinen Optimismus direkt aus seinem Leben. Er kommt aus ärmlicheren Verhältnissen und hat in der Computer-Chip-Branche ein weltweites Börsenunternehmen aufgebaut. Danach wendete er sich der Philosophie zu: „Warum lebst du?“ und stiftete vor kurzem einen Philosophie-Lehrstuhl für „Motivation“.

Auch ein „Winner“ wie Herr Lejeune musste Niederlagen und Rückschläge verkraften. Er charakterisiert sich selbst auch als „Wundenlecker“. Er sei aber immer wieder aufgestanden, habe an sein Ziel geglaubt. Dabei analysierte er seine Niederlagen und gab zu, dass er in der Hälfte der Fälle selbst daran schuld gewesen sei. – Es gäbe aber immer ein „Rückspiel“.

In diesem Sinne gab er uns einen letzten Satz mit auf den Weg: „Und gebt’s Gas!“

Veröffentlicht von

Alexander Kammerer

Student, Blogger, Leser. Bloc Party und Bob Dylan Enthusiast. Motto/Ästhetik: "Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung" - Friedrich Schiller