Ein neues Interesse und Verständnis für Politik – Parteiengespräch am COG

Im Rahmen des Lehrplanes der 10. Klasse in Sozialkunde, der unter anderem vorsieht, sich mit  Parteien als Instrumenten der politischen Mitwirkung  auseinanderzusetzen,  organisierte Frau Breuel am 16.02.2010 für die Schüler der 10c ein Ereignis der besonderen Art: 4 Vertreter bekannter Parteien kamen zu Besuch an das Carl-Orff-Gymnasium: Martin Nieroda (CSU), Georg Schaller (SPD), Annegret Harms (Freie Bürgerschaft)  und Mathias Weidner (B90/Die Grünen).

Zu Beginn stellten sich die einzelnen Politiker selbst vor und sprachen zum einen von ihrem Weg zur Politik und der Entscheidung für eine Partei, aber zum anderen auch von ihren Zielen und Maximen. Dabei ist es interessant zu wissen, dass Frau Harms und Herr Schaller erst in einer anderen Partei als ihrer jetzigen waren. Anschließend durften wir Schüler Fragen stellen. Hierbei ging es zu Anfang um Anforderungen an einen Politiker und an den „Beruf“ an sich, später entwickelte sich vor allem das Thema Bildung zum zentralen Punkt. Man war sich schnell einig, dass der Leistungsdruck in der Gesellschaft stark anwächst und deshalb die Eltern ihre Kinder auf einem Gymnasium unterbringen wollen. Herr Schaller und weitere Referenten nannten konkrete Beispiele für erfolgreiche Berufsausbildungen ohne Abitur. Zum Beispiel absolvierte ein Hauptschüler erfolgreich die Ausbildung zu einem Testpiloten bei der Bundeswehr.

Interessant war, dass fast jeder der vier Politiker ein Beispiel nennen konnte, bei dem ein Haupt- oder Realschüler einen besser bezahlten Job bekommen hatte  als sie selbst, die sie alle das Gymnasium abgeschlossen haben. Es kristallisierte sich heraus, dass die Gäste bei diesem Thema sich ziemlich einig schienen, wie auch in anderen Belangen. Die oft in den Medien wahrgenommenen Kämpfe zwischen den einzelnen Parteien bekamen wir überhaupt nicht zu spüren. Alle betonten, dass,  obwohl sie oft andere Meinungen vertreten sie sich dennoch  privat gut verstehen, dass sie Verständnis für den anderen und seine Meinung haben.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die Veranstaltung  gelohnt hat.  Eine  positive Sichtweise auf Politik hätte nicht besser vermittelt werden können. Die Absicht der Initiatorin, bei Jugendlichen  Interesse und Verständnis für die Arbeit innerhalb politischer Parteien zu wecken, darf als voller Erfolg bewertet werden.

Dabei war es nicht nur ein trockener Austausch von Fragen und Antworten.   Aufheiternd war zum Beispiel, dass durch ein Tuscheln der „CSU“  mit der „Freien Bürgerschaft“  der Kandidat der Grünen so aus dem Konzept gebracht wurde, dass er den Faden verlor. Werden da schon Bündnisse für kommende Wahlen ausgemacht?

Alexander Kammerer, auch im Namen der 10c

PS. Ursula Breuel:

Ich hatte in diesem Schuljahr das Vergnügen, die Klasse 10c  in Geschichte und Sozialkunde zu unterrichten.  Es war nicht zuletzt die natürliche Aufgeschlossenheit, das lebendige  Interesse und die stete Einsatzbereitschaft dieser SchülerInnen,  die mich  dazu ermutigten, dieses Parteien-Projekt  zu wagen.  Der Schlüssel zum Erfolg lag  bei diesen Jugendlichen selbst.

Ich bedanke mich aber auch auf diesem Weg nochmals bei den vier  Parteien-Vertretern, die sich spontan für diese Veranstaltung gewinnen ließen und die völlig unkompliziert ihre jeweilige Partei und vor allem „Politik“  repräsentierten. Auch ihr Agieren war Werbung für politisches Engagement.

Veröffentlicht von

Alexander Kammerer

Student, Blogger, Leser. Bloc Party und Bob Dylan Enthusiast. Motto/Ästhetik: "Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung" - Friedrich Schiller