Im COG nichts Neues

Die alljährliche Tombola um den Platz des Schülersprechers am COG steht wieder an. Ich habe von meiner exponierten und auch etwas exklusiven Position heraus dennoch ein paar Sachen aufschnappen können.

Update (04.10.2013 13:00 Uhr): Herzlichen Glückwunsch an die gewählten Schülersprecher: Lukas Kornherr, Julia Kanschat und Michael Hoang.

Ein Königreich für vier Monate

Der Posten scheint inzwischen schon so attraktiv zu sein, dass Schüler der Q12 ihn für sich gewinnen möchten. Dabei sollen anstatt der üblichen zehn bis elf schon die karge Anzahl an vier Monaten ausreichen (die Zeit bis zum Abitur), um die Schule von Grund auf umzukrempeln: Alles neu! (Singt schon Peter Fox.) Wobei: allzu interessant kann der Posten ja nicht sein, denn die Zeit nach dem Abitur, was macht der Gute denn da? Da hätte er doch Zeit sich eingehend der Schulfamilie zu widmen, einen wirklich ertragsvollen und umfangreichen Dienst am Schüler zu leisten. Geht es hier am Ende doch nur um eine hübsche kleine Bemerkung im Abiturzeugnis?

Doppelt hält besser

Ein Jahr ist viel Zeit, möchte man meinen. Nicht, um als Schülersprecher etwas zu bewegen! – Deshalb tritt die amtierende Schülersprecherin erneut an. Bisher verändert hat sich nicht wirklich viel – wie auch? Ein wenig Konstanz tut der SMV gut, das muss man zugeben. Ob aber wirklich die Interessen der Schüler nicht besser von jemand anderem vertreten sein sollten, wird die Wahl zeigen.

Freie Telekommunikation für freie Schüler!

Ein Kandidat schlug vor, Handy für Schüler wieder zu erlauben. – Ja, geneigter Leser, das muss auch Ihnen ein müdes Lächeln entlocken. Diesen Vorschlag vor der Schulleitung zum einen argumentativ zu begründen und zum anderen gegen den Elternbeirat (quasi den Ethikrat der Schule) umzusetzen, gleicht dem Versuch, das russische Regime von den Vorzügen einer freien, demokratischen Wahl überzeugen zu wollen. Abgesehen davon, wie man das im Unterricht handhaben würde, ist es doch eine gute Entscheidung, es den Schülern so schwierig zu machen, wie es nur geht, Videos von ihren Mitschülern zu drehen oder sonstige Gemeinheiten mit technischem Gerät anzustellen.

Und wen soll ich jetzt wählen?

Den sympathischsten Kandidaten! Inhalt ist bei einer Schülersprecherkandidatur schon immer von wenig Bedeutung gewesen. Wem traut man das Amt am ehesten zu? – Vergessen wir einmal die unrealistischen und unbeholfenen Versprechungen. Der Kandidat sollte ein Vertrauensverhältnis mit der Schulleitung aufbauen können, denn nur so kann er meine eigenen Interessen (saubere Schule, guter Unterricht, herausragende Bildung) vertreten. Wer dann aber wirklich gewählt wird, ist eine andere Sache. Die indirekte Wahl über die Klassensprecher lässt es ihnen offen, zu wählen, wen sie wollen. Die vorhergehende Wahl in den Klassen sollte in jedem Fall bindend sein. Ansonsten wird es hier vor allem auf Freundschaftsverhältnisse hinauslaufen. Dann können wir gleich diejenigen mit den meisten Freunden auf Facebook zum Schülersprecher bestimmen.

Veröffentlicht von

Alexander Kammerer

Student, Blogger, Leser. Bloc Party und Bob Dylan Enthusiast. Motto/Ästhetik: "Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung" - Friedrich Schiller

  • Christoph

    Kritisch, begründet & leicht zynisch: Standard Alex. Ein gelungener Artikel.