Perspektivenwechsel – „Warm Up“ für die soziale Woche!

Für die 10. Klassen findet diese Woche ein ganz spezielles „Training“ statt. Eine Gruppe von Behinderten mitsamt ihren Pflegern besuchte die Schüler des Carl-Orff-Gymnasiums, um Hemmungen seitens der Schüler abzubauen. In einem dreistündigen Programm, das teils aus Rollstuhltraining, aber auch aus direktem Gespräch mit den Behinderten selbst, bestand, lernten die Schüler zum Beispiel wie Behinderte wollen, dass man mit ihnen umgeht und wie man im Rollstuhl Basketball spielt!

Insgesamt war es eine Erfahrung, die man für’s Leben macht. Nach diesem Nachmittag habe ich für meinen Teil gelernt, dass es nicht Mitleid ist, was diese Leute wollen, vielmehr ist es das Verständnis für ihre Behinderung und der Wille zu akzeptieren, dass auch sie in unserer Zweiklassengesellschaft ihren Platz haben. Zweiklassengesellschaft in dem Sinne, dass es für Behinderte jeweils eine eigene Einrichtung gibt, in denen sie fast schon abgekapselt sind. Ich rede hier nicht von nötigen Förderzentren oder Pflegeheimen, vielmehr meine ich die Mentalität von den „gesunden“ Menschen, die Behinderte meist nicht dort sehen wollen, wo sie selbst sind. Es ist einem spastisch Gelähmten zum Beispiel nicht möglich ruhig in einem Kaffee zu sitzen, teils wegen seiner Behinderung, teils wegen den nervösen und teils ärgerlichen Blicken. Die Leute sind verärgert, weil sie das Leid nicht sehen wollen. Damit haben wir das nächste Problem: Mitleid. Es ist nicht Mitleid, was sie benötigen, es ist vielmehr Akzeptanz und das „Verstandenwerden“. Somit ist es für eine Annäherung der zwei „Klassen“ unabdingbar geworden Nachmittage wie diese zu planen. Mein Dank gilt der Organisation der sozialen Woche. Ich sehe ihr gespannt und nun auch entspannt entgegen.

Veröffentlicht von

Alexander Kammerer

Student, Blogger, Leser. Bloc Party und Bob Dylan Enthusiast. Motto/Ästhetik: "Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung" - Friedrich Schiller