„Schreib mal über die Qualität der Lehrer am COG!“

– Ein Essay über unser kollektivistisches Schulsystem –

„Schreib mal über die Qualität der Lehrer am COG!“ lautete erst neulich ein Kommentar in einem einer meiner Ankündigungen über Facebook, dass ein neuer Blogeintrag vorhanden sei. Doch ist dies nicht so einfach. Zum einen will man das Image der Schule nicht zu Unrecht verunreinigen, zum anderen muss man als Teil des Systems gewissen Regeln folgen, sonst erwartet einen das „Outsourcing“ aus dem System. Dennoch entschied ich mich einen kleinen Essay zu verfassen. (Komisch, teils rekursiv fast subtil, in einem Essay als Einleitung darüber zu berichten, dass man einen Essay verfassen möchte.)

Um überhaupt die ganze Situation erfassen zu können, muss man sich bewusst werden, welches Schulsystem wir in Bayern haben. Es beruht auf Leistung des Einzelnen im Vergleich zu einer Klasse. Dabei ist der Einzelne, zumindest zu einem gewissen Teil, an der Leistung der Klasse gemessen. Hierbei wird am Ende die Leistung des Einzelnen mit der, der Klasse verrechnet und ein Durchschnitt erstellt. Von diesem Schnitt wiederum ist auch der Einzelne abhängig, denn ein Lehrer wird bei einem extrem schlechten Schnitt den Notenschlüssel ein wenig lockern, bei einem extrem guten ihn anziehen, immer mit der Intention die Klasse nicht zu schlecht, aber auch nicht zu gut werden zu lassen. Ich erwähne hier das Beispiel des Abiturjahrgangs des Vaters meines Freundes: Dieser Jahrgang hatte einen sehr gutes Schnitt, zu gut, denn er lag über dem Durchschnitt Bayerns. Fortan wurde das Abitur jedes Jahr vom Gymnasium der Nachbargemeinde nachkorrigiert, um zu gute Resultate zu vermeiden. Man wird sich zwangsläufig fragen, wo hier der Sinn liegt. Auf der einen Seite will man eine Leistungsgesellschaft mit gut ausgebildeten Fachkräften, zum anderen mindert man absichtlich die Leistung Einzelner, um sie nicht zu sehr herauszustechen zu lassen. Das Kollektiv wird genährt, denn durchfallen soll zwar niemand, aber zu gut sein darf hingegen niemand.

To be continued.

Veröffentlicht von

Alexander Kammerer

Student, Blogger, Leser. Bloc Party und Bob Dylan Enthusiast. Motto/Ästhetik: "Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung" - Friedrich Schiller