Wer eine Reise tut…

Nachdem mich die Lufthansa mit ihrem Fast-Gutschein schon hoch erfreut hat, scheint die Deutsche Bahn sich zu dem nun auch berufen zu fühlen.

Wer als Student ohne Zugriff auf ein Auto nach Augsburg reisen will, der hat nicht viele Möglichkeiten. Es gibt den Fernbus (ziemlich bequem und recht schnell), es gibt die Mitfahrmöglichkeiten und es gibt die Bahn.

Jetzt habe ich nun mal das Studententicket – an sich eine tolle Sache: billige Preise für Studenten, die den Solidaritätsbeitrag zahlen und dann noch eine Möglichkeit haben, das Ticket gegen Bezahlung aufzuwerten.

An sich sollte ich damit auch alle Regionalzüge der deutschen Bahn im Verkehrsraum des MVV nehmen dürfen. – Darf ich auch!

Allein gibt es damit ein Problem: Ich kann nach Augsburg einen Regionalzug nehmen, der ein letztes mal im MVV-Gebiet hält und zwar in Althegnenberg. Somit brauche ich bis Althegnenberg kein Ticket, da gilt ja mein Semesterticket.

Ab Althegnenberg brauche ich also ein Ticket. Bloß woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Aber da gibt es ja die schönen DB-Automaten, an denen man Start und Ziel eingeben kann. Also tippe ich in meiner jugendlichen Naivität „Althegnenberg“ und als Ziel „Augsburg“ ein. Der gewünschte Zug wird gefunden, ein Ticket hierfür kann ich am Automaten aber nicht kaufen. – Dieses Ticket muss ich am Regionalbahnhof oder direkt bei einem DB-Reisezentrum erwerben.

Wie jeder weiß, gibt es so etwas in Unterschleißheim nicht. – Allerdings gibt es da noch dieses Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst namens „Internet“: Hier kann man die Karten allerdings wiederum nicht kaufen, ich erfahre auch warum. Ab Althegnenberg ist die Strecke im Gebiet des AVV (Augsburger Pendant des MVV). Somit muss ich meine Fahrkarte bei denen und nicht beim MVV oder der DB erwerben.

Die deutsche Bahn geht also davon aus, dass ich in Althegnenberg aussteige, den Zugführer um etwas Geduld bitte, mein Portmonnaie herauskrame und ein Ticket erwerbe (bzw. eine Streifenkarte gültig im AVV stemple), mit dem ich den Regionalzug weiterhin benutzen darf. – Oder aber ich warte auf den nächsten Zug. Der kommt allerdings nicht schon nach 20 Minuten, sondern erst nach einer bzw. zwei Stunden.

Kann doch nicht sein, dass es nicht auch anders geht: Also frage ich direkt mal beim AVV nach. Die nette Dame am Telefon kann mir leider auch nicht weiterhelfen. Sie weiß selbst nicht, wie das jetzt konkret geht oder was man da machen kann. – Das scheint also selbst die deutsche Bahn an sich zu verwirren, was sie hier geschaffen hat. Da bin ich ja beruhigt, nicht der einzige zu sein.

Und wie verbleibe ich jetzt? – Ich frag das nächste mal einfach mal in einem DB-Reisezentrum nach (z.B. in Pasing). Und hoffe, dass der gnädige Gott Erbarmen mit mir Suchenden hat – und mich vielleicht doch noch nach Augsburg finden lässt. Dann mit Ticket ab Althegnenberg.

Veröffentlicht von

Alexander Kammerer

Student, Blogger, Leser. Bloc Party und Bob Dylan Enthusiast. Motto/Ästhetik: "Schönheit ist Freiheit in der Erscheinung" - Friedrich Schiller